Erstmals ausgebuchtes Haus im C’est Lavie
Das Trio ,None but the Rain‘ an der alten Stadtmauer in Königslutter (von rechts): Leif Knüppel (Bass), Gideon Hoja (Mundharmonika) und Thomas Reiff (Gitarre). Foto: Regio-Press
Erstmals ausgebuchtes Haus im C’est Lavie
Inklusives Café in Königslutter beweist glückliches Händchen bei Doppelauftritt.
Von Frank Wöstmann
Königslutter. Ausgebuchtes Haus beim jüngsten Live-Konzert im Café C’est Lavie in Königslutter (Westernstraße 28a): Der Doppel-Auftritt des Trios None but the Rain sowie den beiden von Panda and the Beer stieß auf großes Interesse im einzigen inklusiven Café des Landkreises Helmstedt, durch das die Lavie gGmbH die Eingliederung von Menschen mit seelischen Erkrankungen fördert. Offenbar haben die Organisatoren mit zurückhaltender Kaffeehaus-Musik eine Nische entdeckt und erfolgreich besetzt.
Als Vorband des kostenlosen Abends (später ging ein Hut rum) agierte dabei das Panda-Duo Krissi (Ukulele/Gesang) und Jerg (Gitarre/Gesang). Die beiden leisteten sich den sympathischen Patzer, eine Textlücke mit der Frage ans Publikum zu füllen, ob jemand weiterwüsste. Ein ehrlicher, aber auch besinnlicher Auftritt, der allerdings schon nach vier Stücken zu Ende war. Es gab wohlwollenden Applaus, vor allem für Krissis schöne Stimme, die den Raum auch ohne Verstärker füllte.
Danach wurde umgeräumt in der kleinen Konzert-Ecke des C’est Lavie. Mit None but the Rain ging es zwar genauso „entschleunigt“ weiter, wie das Trio aus Braunschweig zuvor selbst angekündigt hatte – ebenso wie mit „reduzierten Arrangements“. Und doch war irgendwie mehr los auf der improvisierten Bühne. Thomas Reiff (Gitarre/Gesang) und Leif Knüppel (Bass/Gesang) tragen die Stücke in bekannter Manier, Gideon Hoja aber sorgt mit seiner Mundharmonika für die überraschenden Momente des Auftritts.
Dieses Instrument scheint ja überhaupt bei Live-Auftritten etwas in Vergessenheit geraten zu sein. Und so geballt wie im C’est Lavie hört man es eigentlich gar nicht mehr. In der Pause räumte Gideon am Tresen ein, dass weite Teile seines Parts improvisiert sind. „Ich spiele selten das selbe – vielmehr hängt das ab von der Stimmung des Abends und vom Zusammenspiel mit den anderen beiden.“ Melodisch, variantenreich, mal laut mal leise: Der Musiker schöpfte das Spektrum seines Instruments voll aus.
Und so wurde die Mundharmonika, gemeinsam mit der starken Stimme von Thomas Reiff sowie dem akzentuierten Bass von Leif Knüppel zum Markenzeichen dieses Abends. Auch wenn ein paar überleitende Worte zwischen den Stücken schön gewesen wären: Beide Bands lieferten ausgesprochen passende Kaffeehausmusik.
Kein Wunder, dass Organisatorin Christina Goedeke ein überaus zufriedenes Fazit zog. Sie arbeitet bei Lavie in erster Linie in der Abteilung Zuverdienst, kümmert sich aber auch mit Herzblut um die Live-Konzerte: „Ich freue mich sehr über den starken Zuspruch zu diesen Gruppen, die ich beide schon in Braunschweig gehört habe.“ Qualität der Musik und Quantität der Gäste gaben ihr Rückenwind für die Zukunft: „Das bestärkt uns definitiv, die Konzertreihe an der alten Stadtmauer von Königslutter fortzusetzen.“
- Die Konzert-Ecke im Café C’est Lavie in Königslutter, hier mit (von links): Thomas Reiff (Gitarre/Gesang), Gideon Hoja (Mundharmonika) und Leif Knüppel (Bass/Gesang). Foto: Regio-Press
- Voll besetzt war das Café C’est Lavie an der Westernstraße in Königslutter. Foto: Regio-Press
- Krissi und Jerg sind zusammen ,Panda and the Beer‘, hier in der Konzert-Ecke des Café C’est Lavie in Königslutter. Foto: Regio-Press
- Die Konzert-Ecke im Café C’est Lavie in Königslutter, hier mit (von links): Thomas Reiff (Gitarre/Gesang), Gideon Hoja (Mundharmonika) und Leif Knüppel (Bass/Gesang). Foto: Regio-Press
- Das Trio ,None but the Rain‘ an der alten Stadtmauer in Königslutter (von rechts): Leif Knüppel (Bass), Gideon Hoja (Mundharmonika) und Thomas Reiff (Gitarre). Foto: Regio-Press




