Lavie bei der MUT-Tour dabei – gegen das Stigma
Gute Laune: Sämtliche Teilnehmenden des Aktionstages zur MUT-Tour 2025 neben dem Braunschweiger Rathaus. Alle Fotos: Regio-Press
Lavie bei der MUT-Tour dabei – gegen das Stigma
Depression ist behandelbar, und der persönliche Austausch ist durch nichts zu ersetzen.
Von Frank Wöstmann
Die MUT-Tour startete vor Wochen in Bochum. Drei Tandem-Besatzungen nahmen eine Rundstrecke über 4100 Kilometer durch ganz Deutschland unter die Räder. Jeden Tag 50 bis 60 Kilometer, wobei die Radlerduos immer nach ein paar Etappen ausgetauscht wurden. Das Ziel in jedem angefahrenen Ort: Die Menschen neugierig machen und sensibilisieren für das Thema psychische Erkrankungen.
„Damit wollen wir einerseits die Entstigmatisierung von psychischen Erkrankungen erreichen“, erklärt Elisabeth Viedt. Es gehe um einen offenen Umgang miteinander – aber auch mit dem Thema selbst. Nicht zuletzt lautete der Slogan an einem der Stände in Braunschweig: „Jeder Mensch kann jederzeit psychisch erkranken.“ Auf dem Platz der Deutschen Einheit neben dem Braunschweiger Rathaus wurde aber auch klar: Für jedes Problem gibt es mittlerweile Hilfen. Niemand muss seine Sorgen mit sich alleine ausmachen. „Es hilft, darüber zu sprechen.“
Darüber hinaus gibt es zu allen Themen der seelischen Gesundheit ganz viele Anlaufstellen von sozialen Trägern in der Region, von denen sich zur MUT-Tour eine ganze Reihe präsentierte. Neben Lavie Reha und DerWeg waren zum Beispiel die KIBIS – Kontakt, Information und Beratung im Selbsthilfebereich aus Braunschweig da, das Netzwerk Depression Braunschweig, der Sozialpsychiatrische Dienst der Stadt Braunschweig und das Gemeindepsychiatrische Zentrum Braunschweig. Neben dem Austausch ging es auch um Mitmach-Aktionen. Schöne Ideen waren die Wünsche von der Leine („Zum Mitnehmen“) sowie die Sorgen-Box („Lass Deine Sorgen hier – wir kümmern uns“). Die dm Drogeriemärkte hatten Carpe-dm-Tüten für die Mitradelnden gestiftet, in denen sich Sonnencreme, Getränke, Blasenpflaster und Sport-Riegel fanden.
„Ich glaube, wir konnten den Betroffenen und ihren Angehörigen hier eine gute Plattform bieten“, sagte Elisabeth Viedt. Der Platz neben dem Rathaus sei ideal, weil er zentral liege in der Stadt, und viele Passanten ihn nutzen. „Das Thema gehört definitiv in die Mitte der Gesellschaft“, unterstrich sie. „Auf diese Weise konnten wir uns und dem Thema neue Kreise erschließen.“
Die MUT-Tour setze sich schließlich bundesweit für einen offenen und ehrlichen Umgang mit psychischen Erkrankungen ein. Wer zum Beispiel denkt, er sei mit Depression alleine, der verkenne eine wichtige Tatsache: „Depression ist behandelbar. Und um Fakten wie diesen bekannter zu machen, brauchen wir öffentlichkeitswirksame Aktionen wie die MUT-Tour.“
- Elisabeth Viedt, Mitfahrende der MUT-TOUR, Katharina Treder von dm & eine Mitarbeiterin von dm.
- Julia Gräbner-Tiemann, Luisa Mathias (der Weg e.V.) und Elisabeth Viedt.
- Gute Laune: Sämtliche Teilnehmenden des Aktionstages zur MUT-Tour 2025 neben dem Braunschweiger Rathaus. Alle Fotos: Regio-Press
- Amelia aus Rheinland-Pfalz war zum ersten mal dabei. Ihr hilft die Bewegung beim Radfahren auch, um sich selbst zu regulieren.
- Ines Kampen, Leiterin der KIBiS – Kontakt, Information und Beratung im Selbsthilfebereich. Die Gruppe unterstützt Menschen, die in eine Selbsthilfegruppe vermittelt werden wollen.
- Clemens Schnell vom Netzwerk Depression Braunschweig informierte über einen Pool von Fachleuten, die sich zum Ziel gesetzt haben, unterschiedliche Institutionen und Professionen in Braunschweig zu vernetzen .
- Frau Oesterreich vom Sozialpsychatrischen Dienst (rechts), Frau Kawa-Asher, Koordinatorin des Gemeindepsychatrischen Zentrums (GPZ)






