{"id":7865,"date":"2025-01-06T12:55:19","date_gmt":"2025-01-06T11:55:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lavie-reha.de\/?p=7865"},"modified":"2025-01-06T13:02:57","modified_gmt":"2025-01-06T12:02:57","slug":"erfahrungsberichte-dualer-studentinnen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lavie-reha.de\/index.php\/2025\/01\/06\/erfahrungsberichte-dualer-studentinnen\/","title":{"rendered":"Erfahrungsberichte dualer Studentinnen"},"content":{"rendered":"<p><em>&#8222;Stelle gerne jederzeit deine Fragen\u2013 das ist wichtig, denn nur wer fragt, kann Neues lernen. Auch ich wei\u00df nicht alles und frage selbst nach, wenn es n\u00f6tig ist. Genau dieses offene Miteinander m\u00f6chten wir den Teilnehmenden als Vorbild mitgeben.&#8220;<\/em> (Aussage meiner Anleitung)<!--more--><\/p>\n<p>Dieser Satz meiner Anleitung begleitete mich mein gesamtes Studium \u00fcber und wurde f\u00fcr mich zum Motto meiner Praxiszeit.<\/p>\n<p><strong><u>Der herausfordernde Start \u2013 und warum er sich gelohnt hat<\/u><\/strong><\/p>\n<p>Zu Beginn meines Studiums durfte ich in der Berufsvorbereitenden Bildungsma\u00dfnahme (BVB) starten. Klingt erstmal spannend \u2013 und das war es auch, aber ehrlich gesagt: Es war auch ganz sch\u00f6n herausfordernd. Nicht, weil mir das Team nicht den R\u00fccken gest\u00e4rkt h\u00e4tte; im Gegenteil, ich habe viel Unterst\u00fctzung erhalten. Die Herausforderung bestand eher darin, all die verschiedenen Aufgaben und Themen miteinander zu verbinden. Ich wollte die komplexen Ma\u00dfnahmen verstehen, die Krankheitsbilder und die Teilnehmer kennenlernen, den organisatorischen Ablauf \u00fcberblicken und gleichzeitig die Inhalte meines Studiums anwenden und in der Praxis ausprobieren. Kurzum: Ich habe mir eine Menge auf einmal vorgenommen.<\/p>\n<p>Vielleicht war das ein bisschen zu viel Ehrgeiz \u2013 und so setzte ich mich selbst geh\u00f6rig unter Druck. Doch genau diese \u00dcberforderung war im R\u00fcckblick lehrreich, denn sie brachte mich dazu, realistischere Erwartungen an mich selbst zu entwickeln und nach und nach in meine Rolle hineinzuwachsen.<\/p>\n<p><strong><u>Ein Schl\u00fcsselmoment: Verstehen durch Erfahrung<\/u><\/strong><\/p>\n<p>Ein Moment, der mir besonders in Erinnerung geblieben ist, war eine Begegnung mit einem Teilnehmer, der im Autismus-Spektrum liegt. Wir fragten ihn in unserem Gespr\u00e4ch, was er aus der vergangenen Therapiesitzung \u201emitgenommen\u201c habe \u2013 seine Antwort: \u201eMein Portemonnaie und mein Handy.\u201c Dieser Moment lie\u00df mich innehalten und war f\u00fcr mich im Nachhinein ein Schl\u00fcsselerlebnis, das mir ein tieferes Verst\u00e4ndnis f\u00fcr das Krankheitsbild Autismus vermittelte. Ich erkannte, wie wichtig es ist, nicht nur die Inhalte \u00fcber Erkrankungen zu kennen, sondern sie im echten Austausch zu erleben. Gleichzeitig lehrte mich diese Begegnung, achtsamer in meinen Fragestellungen zu sein und meinen Kommunikationsstil zu reflektieren.<\/p>\n<p><strong><u>Neue Perspektiven im Internat<\/u><\/strong><\/p>\n<p>Nach einem Jahr in der BVB bekam ich die M\u00f6glichkeit, ins Internat zu wechseln. Diese Chance habe ich gerne ergriffen, denn sie erm\u00f6glichte mir, die Teilnehmenden jenseits der Strukturen und Regeln der Ma\u00dfnahme kennenzulernen. Im Internat war der Kontakt zu den Teilnehmenden viel intensiver und pers\u00f6nlicher, was mir eine ganz neue Perspektive auf ihre Lebenswelten gab. Hier entstand eine N\u00e4he, die im Alltag der BVB oft nicht m\u00f6glich war \u2013 ich konnte die jungen Erwachsenen auf eine andere Art und Weise begleiten und unterst\u00fctzen. Es war eine spannende Erfahrung, die mir in meiner zuk\u00fcnftigen Arbeit viel mitgegeben hat.<\/p>\n<p><strong><u>Ein weiterer Wechsel: Erfahrungen nutzen und Neues gestalten<\/u><\/strong><\/p>\n<p>Nach meinem Jahr im Internat erhielt ich die M\u00f6glichkeit, zum \u201eanderen Leistungsanbieter\u201c zu wechseln. Eine Ma\u00dfnahme, die sich gerade im Aufbau befindet. Diese Ma\u00dfnahme von Grund auf mitzugestalten und beim Aufbau aktiv mitzuwirken, war f\u00fcr mich eine unglaublich spannende und lehrreiche Erfahrung. Hier konnte ich auch meine gesammelten Erfahrungen aus der BVB und dem Internat anwenden. Besonders im Umgang mit den Teilnehmenden f\u00fchlte ich mich viel sicherer und gefestigter, denn diese Erfahrungen und Kenntnisse, die ich zuvor gesammelt hatte, erwiesen sich als wertvolle Grundlage f\u00fcr die Zusammenarbeit mit den Teilnehmenden.<\/p>\n<p><strong><u>Fazit: Gro\u00dfe Herausforderung, viel gelernt und immer wieder Neues entdeckt<\/u><\/strong><\/p>\n<p>Mein duales Studium der Sozialen Arbeit bei der Lavie Reha gGmbH hat mir nicht nur fachliches Wissen vermittelt, sondern auch mein pers\u00f6nliches Wachstum gef\u00f6rdert. Ich habe gelernt, wie wichtig es ist, offen zu bleiben und immer wieder nachzufragen, um Neues zu verstehen. R\u00fcckblickend h\u00e4tte ich mir gew\u00fcnscht, direkt im Internat zu starten, um zun\u00e4chst die Arbeit mit den Teilnehmenden intensiver kennenzulernen. So h\u00e4tte ich einen sicheren Umgang mit den Teilnehmenden festigen k\u00f6nnen, um anschlie\u00dfend in andere Bereiche (BVB, aLA etc.) zu arbeiten.<\/p>\n<div class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wpa-warning wpa-image-missing-alt size-thumbnail wp-image-7870 aligncenter\" src=\"https:\/\/www.lavie-reha.de\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/80a5bd5c-ab99-4ac3-b164-98eb33e24694-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" data-warning=\"Missing alt text\" srcset=\"https:\/\/www.lavie-reha.de\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/80a5bd5c-ab99-4ac3-b164-98eb33e24694-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.lavie-reha.de\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/80a5bd5c-ab99-4ac3-b164-98eb33e24694-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.lavie-reha.de\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/80a5bd5c-ab99-4ac3-b164-98eb33e24694.jpg 648w\" sizes=\"(max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/div>\n<div class=\"wp-block-image\"><\/div>\n<p style=\"text-align: right;\">Sophia Schubert<\/p>\n<hr \/>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Mein duales Studium bei Lavie Reha habe ich \u00fcber die gesamten dreieinhalb Jahre im Team der rehaspezifischen Ausbildung verbracht. Von Anfang an war ich mittendrin: Bei Einzelgespr\u00e4chen mit Teilnehmenden und Besprechungen hospitieren, dokumentieren und protokollieren, an gro\u00dfen R\u00fcckmelderunden teilnehmen und beim Verfassen der Berichte helfen; aber auch Flei\u00dfarbeit wie das Aussortieren und Aktualisieren von analogen und digitalen Unterlagen geh\u00f6rte dazu. Das war aber erst der Anfang! Mit fortschreitendem Semester bekam ich immer mehr Verantwortung zugesprochen und durfte bald eigenst\u00e4ndig mit den Teilnehmenden arbeiten und mich um ihre Anliegen k\u00fcmmern. Finanzielle Angelegenheiten, Wohnungssuche, Clinch mit anderen Teilnehmenden, Sorge vor der Schule \u2013 was es auch war, bald konnte ich (mehr oder weniger) mitreden. Auch die Abstimmung mit der Agentur f\u00fcr Arbeit, einer wichtigen Leistungstr\u00e4gerin f\u00fcr die Ma\u00dfnahmen, durfte ich bald immer selbstst\u00e4ndiger handhaben.<\/p>\n<p>Zu den gr\u00f6\u00dften Meilensteinen meines dualen Studiums bei Lavie geh\u00f6ren zweifellos die ersten \u201eeigenen\u201c Auszubildenden, die ich in ihrer rehaspezifischen Ausbildung begleiten durfte. Nach und nach konnten sie, und auch ich, die St\u00fctzr\u00e4der ablegen. Pl\u00f6tzlich war ich nicht mehr nur Zuschauerin bei der Entwicklung der Auszubildenden, sondern aktiv in den Prozess eingebunden. Es war faszinierend zu sehen, wie sie sich weiterentwickelten und an Selbstvertrauen gewannen. Gleicherma\u00dfen war es lehrreich, wenn es einmal R\u00fcckschritte gab und meine Begleitung zun\u00e4chst einen Weg zur Stabilisierung beinhaltete, bevor an berufliche Wege zu denken war.<\/p>\n<p>Besonders froh bin ich \u00fcber diverse Krisenbew\u00e4ltigungen, die ich erleben durfte und teilweise meistern konnte. Ob es nun um das L\u00f6sen eines Konfliktes oder um eine andere schwierige Phase ging \u2013 gemeinsam mit den Teilnehmenden konnte ich insbesondere an diesen Situationen wachsen und eine wichtige Lektion f\u00fcr die Zukunft mitnehmen: In der Arbeit mit Menschen laufen die Dinge selten wie geplant; eine kostenlose Zusatzlektion in Spontanit\u00e4t und Flexibilit\u00e4t war also inbegriffen.<\/p>\n<p>R\u00fcckblickend w\u00e4re ich mir selbst dankbar daf\u00fcr gewesen, mir mehr Zeit f\u00fcr die Anwendung von Theorie in der Praxis zu nehmen und nicht von vorne herein alles richtig machen zu wollen. Alles in Allem war mein duales Studium bei der Lavie Reha eine wertvolle Zeit voller Weiterentwicklungsm\u00f6glichkeiten, Erfahrungen und gutem R\u00fcstzeug f\u00fcr meinen weiteren beruflichen Weg.<\/p>\n<div class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wpa-warning wpa-image-missing-alt size-thumbnail wp-image-7871 aligncenter\" src=\"https:\/\/www.lavie-reha.de\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/27d4e73a-8786-4024-bd52-f3ab94da778f-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" data-warning=\"Missing alt text\" srcset=\"https:\/\/www.lavie-reha.de\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/27d4e73a-8786-4024-bd52-f3ab94da778f-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.lavie-reha.de\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/27d4e73a-8786-4024-bd52-f3ab94da778f-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.lavie-reha.de\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/27d4e73a-8786-4024-bd52-f3ab94da778f.jpg 420w\" sizes=\"(max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/div>\n<p style=\"text-align: right;\">Johanna Meinecke<\/p>\n<hr \/>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Im Oktober 2021 habe ich mein Duales Studium im Bereich Soziale Arbeit angefangen und w\u00e4hlte die Lavie Reha gGmbH als meinen Praxispartner.<\/p>\n<p>Mein Studium habe ich im Bereich der Psychiatrischen Jugendrehabilitation (PJR) als Rehabegleitung gestartet. Hier betreute ich mithilfe des Teams Teilnehmende, die die Rehabilitationsma\u00dfnahme durchlaufen. Als Rehabegleitung bist du die Ansprechperson, wenn die Teilnehmenden bspw. ein Anliegen haben. Mir hat es zuerst sehr gefallen, da ich vorher noch nicht viel mit Sozialer Arbeit zu tun hatte. Ich hatte die M\u00f6glichkeit Gruppen im Vormittagsbereich anzubieten. Ich habe Angebote, wie eine Spielegruppe, ein Pr\u00e4sentationsgruppe oder eine Walkinggruppe geleitet, bei denen Teilnehmende, die interessiert und motiviert waren, teilnehmen konnten. Es wird anfangs darauf geachtet, dass auch ein Kollege oder eine Kollegin mit dabei ist, sodass du bestm\u00f6glich unterst\u00fctzt werden kannst. Wenn du dich sicher f\u00fchlst, bist du dann alleine zust\u00e4ndig. Du kannst aber immer fragen, wenn du Hilfe brauchst. Mir hat der Austausch mit den Teilnehmenden sehr viel Spa\u00df gemacht. Mehr als die administrative Arbeit im B\u00fcro, das hei\u00dft bspw. sich mit Antr\u00e4gen besch\u00e4ftigen, mit Leistungstr\u00e4gern telefonieren usw. Ich fand es aber sch\u00f6ner, mit den Teilnehmenden zu interagieren. Ich wollte sie gerne mehr im Alltag kennenlernen.<\/p>\n<p>Was ich sehr toll fand, ist die M\u00f6glichkeit im Verlauf des Studiums auch einen anderen Bereich (auch mehrere nach Absprache) kennenzulernen. Hospitieren durfte ich auch in der Berufsvorbereitenden Bildungsma\u00dfnahme (BVB) und im Ausbildungsbereich. Ich wechselte nach ungef\u00e4hr der H\u00e4lfte meines Studiums in den Internatsbereich.<\/p>\n<p>Erschreckend waren f\u00fcr mich anfangs die Arbeitszeiten. Als Rehabegleitung arbeitest du nur vormittags. Im Internatsbereich sieht es anders aus. Du kannst vormittags, aber haupts\u00e4chlich eher nachmittags eingesetzt werden. Den Nachmittag auf der Arbeit zu verbringen ist im ersten Moment vielleicht nicht das, was man sich vorstellt. Die Teilnehmenden sind nachmittags im Internat und k\u00f6nnen zu der Zeit am besten betreut werden. Ich habe mich eigentlich recht schnell an diese Arbeit gew\u00f6hnt, schneller als in der PJR. Ich sehe die Teilnehmenden mehrere Stunden. Du lernst sie, nach meinem Empfinden viel besser kennen. Vor Allem wenn du erste Schritte in einem sozialen Beruf gehen m\u00f6chtest. Du kannst viel offener kommunizieren, da du ihnen ganz anders begegnest. Eher offener und freundlicher. In der PJR war es eher f\u00f6rmlicher. Mir liegt dieses ,,Lockere\u2018\u2018 mehr, weshalb ich bis zum Ende meines Studiums die M\u00f6glichkeit hatte, dort zu bleiben. Du siehst die Teilnehmenden in ihrem ,,zu Hause\u2018\u2018. Hier lassen sie sich fallen und k\u00f6nnen alles rauslassen, was sie im Arbeitsbereich vielleicht angesammelt haben. Du kannst mit ihnen an ihrer Verselbst\u00e4ndigung im Alltag arbeiten, gleichzeitig auch an ihrem Selbstwert und sozialer Integration. Es ist sehr abwechslungsreich, denn jeder Teilnehmende zeigt ein anderes Verhalten und hat andere Charaktereigenschaften. Es ist nicht immer einfach zu wissen, wie man in bestimmten Situationen handelt. Du lernst das aber recht schnell.<\/p>\n<p>Ich kann sagen, dass das Team immer versucht zu unterst\u00fctzen. Egal in welchen Situationen. Du kannst immer Fragen. Es leitet dich immer jemand an und guckt mit dir gemeinsam auf bestimmte Situationen. Ich f\u00fchle mich bei Lavie und im Internatsteam sehr wohl, sodass ich nach meinem Studium erstmal noch hier weiterarbeiten m\u00f6chte und mir diesen Bereich der Betreuung im weiteren Verlauf meines Lebens weiter vorstellen kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">Xenia Sabirow<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Stelle gerne jederzeit deine Fragen\u2013 das ist wichtig, denn nur wer fragt, kann Neues lernen. Auch ich wei\u00df nicht alles und frage selbst nach, wenn es n\u00f6tig ist. 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