{"id":7398,"date":"2024-05-24T08:49:04","date_gmt":"2024-05-24T06:49:04","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lavie-reha.de\/?p=7398"},"modified":"2024-05-24T08:49:04","modified_gmt":"2024-05-24T06:49:04","slug":"abschlusstagung-bei-lavie-in-koenigslutter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lavie-reha.de\/index.php\/2024\/05\/24\/abschlusstagung-bei-lavie-in-koenigslutter\/","title":{"rendered":"Abschlusstagung bei Lavie in K\u00f6nigslutter"},"content":{"rendered":"<p><!--more--><em>Elisabeth Viedt (Mitte) im Kreise ihres Tagungsteams (von links): Natalie Kr\u00e4mer, Cem Demir, Fabian Schmidt und Sarah Zehaluk. Die Vereine Der Weg, Axon und die Lavie gGmbH haben eine Fachtagung mit starkem Programm zum Thema &#8222;Dimensionen psychosozialer Grundbed\u00fcrfnisse&#8220; auf die Beine gestellt, die nun in K\u00f6nigslutter ihren Abschluss findet. Foto: Regio-Press<\/em><\/p>\n<h1><strong>Abschlusstagung bei Lavie in K\u00f6nigslutter<\/strong><\/h1>\n<h2>Lavie, Der Weg und Axon veranstalten eine dreiteilige Reihe von Fachtagungen. Jetzt geht es um &#8222;Dimensionen psychosozialer Grundbed\u00fcrfnisse&#8220; \u2013 und vor allem um die L\u00f6sungsans\u00e4tze in der Region.<\/h2>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Von Frank W\u00f6stmann<\/p>\n<p><strong>K\u00f6nigslutter. <\/strong>Wenn man so will, ist es die ultimative Abschlusspr\u00fcfung: Am Donnerstag, 30. Mai, l\u00e4uft bei der Lavie Reha in K\u00f6nigslutter die letzte von drei \u00f6ffentlichen Fachtagungen, bei der es um &#8222;Dimensionen psychosozialer Grundbed\u00fcrfnisse&#8220; geht \u2013 und ein Quartett schaut ganz genau zu. Denn Cem Demir, Natalie Kr\u00e4mer, Fabian Schmidt und Sarah Zehaluk haben die Gro\u00dfveranstaltungen im Rahmen ihrer Ausbildung bei der Lavie Reha gGmbH geplant. Der letzte Pr\u00fcfstein vor ihrem Abschluss im Sommer.<\/p>\n<p>Die vier k\u00fcnftigen B\u00fcrokaufleute wissen, wovon sie sprechen. Auf unterschiedlichen Lebenswegen sind sie in die psychische Rehabilitation gekommen, erhielten bei Lavie die erforderliche Zeit und ergriffen schlie\u00dflich die Chance zur Berufsausbildung. &#8222;Man h\u00f6rt nie auf, betroffen zu sein&#8220;, sagt Cem Demir. &#8222;Aber man geht anders damit um.&#8220; Der 28-j\u00e4hrige Wolfenb\u00fctteler bedauert, erst sp\u00e4t auf Lavie (K\u00f6nigslutter, Braunschweig) gesto\u00dfen zu sein. &#8222;Man h\u00e4tte mir schon Jahre vorher helfen k\u00f6nnen.&#8220;<\/p>\n<p>Damit ist schon ein Missstand genannt, dem die Veranstaltung abhelfen will: &#8222;Es geht um Vernetzung und schlicht den Versuch, alle Angebote der Region bekannter zu machen \u2013 auch untereinander&#8220;, betont Elisabeth Viedt. Sie hat das Tagungsteam als Anleiterin begleitet und freut sich auf die letzte Tagung zum Thema Arbeit. Da spielen nat\u00fcrlich auch Pr\u00e4vention und Inklusion eine gro\u00dfe Rolle. &#8222;Im Grunde gibt es erfreulich viele Hilfen in der Region, aber untereinander sind sie nicht ausreichend bekannt.&#8220;<\/p>\n<p>Das soll nun anders werden, und darum hat sich ein einflussreiches Trio zusammengeschlossen, zu dem neben der Lavie Reha auch die Vereine Axon (F\u00f6rderung seelischer Gesundheit) und Der Weg (gemeindennahe sozialpsychiatrische Hilfen) geh\u00f6ren. &#8222;Es ist ein dr\u00e4ngendes Thema, deshalb sind wir mit unseren Tagungen in die ganze Region gegangen&#8220;, erkl\u00e4rt Elisabeth Viedt. Psychosoziale Grundbed\u00fcrfnisse seien beileibe keine Randerscheinung. Und so wird es in Vortr\u00e4gen, Podiumsgespr\u00e4chen, Literatur und Musik auch um die Zukunft unserer Gesellschaft gehen, um Fachkr\u00e4ftemangel und Versorgungssicherheit.<\/p>\n<p>Sarah Zehaluk zum Beispiel hat bei ihrer Suche nach Hilfe und Ausbildung einen \u00c4mter-Marathon hinter sich. Zwei Lehrvertr\u00e4ge hatte sie zuvor abgebrochen, Arbeitgebern und Kollegen war der Umgang mit der depressiven Frau offenbar unklar. &#8222;Wenn ich mich mal ge\u00f6ffnet habe und von meinen Problemen sprach, hie\u00df es oft: Stell dich nicht so an.&#8220; So werde ein Tabu-Thema zum Teufelskreis: &#8222;Wer sich \u00f6ffnet, wird bel\u00e4chelt. Irgendwann geht man gar nicht mehr raus.&#8220;<\/p>\n<p>Erst bei Lavie erfuhr sie Aufmerksamkeit und Empathie, inzwischen ist die 26-J\u00e4hrige eine selbstbewusste Frau geworden und hat keine Probleme mehr damit, vor Gruppen frei zu sprechen. &#8222;Bis dahin wurde ich leider von einem Amt zum n\u00e4chsten weitergereicht, weil kaum jemand wusste, wie und wo mir zu helfen ist.&#8220; Konsequent: Im Tagungsteam hat sie sich daf\u00fcr eingesetzt, auch Vertreter des Arbeitsamtes einzuladen. Ihr Mitstreiter Fabian Schmidt erg\u00e4nzt das um einen Aufruf an die Arbeitgeber: &#8222;Unsere Veranstaltung vermittelt wichtige Impulse, auch zur Pr\u00e4vention. Firmen sollten Besch\u00e4ftigte daf\u00fcr freistellen.&#8220;<\/p>\n<p>Unter einer Angstst\u00f6rung litt Natalie Kr\u00e4mer, als sie mit ihrer Zwillingsschwester in eine eigene Wohnung zog \u2013 mit 17 Jahren. &#8222;Die Familienhilfe kam zwar vorbei, aber sonst passierte nichts&#8220;, erz\u00e4hlt die heute 23-J\u00e4hrige. Mittlerweile wisse sie, wie viele Hilfsangebote es in der Region gibt. &#8222;Es fehlt aber an einer geb\u00fcndelten Information dar\u00fcber.&#8220; Als Betroffene betont sie, wie wichtig selbstbestimmtes Wohnen ist. &#8222;Jeder hat doch sein eigenes Tempo und seine eigenen Skills \u2013 damit kommt man alleine viel druckfreier klar.&#8220;<\/p>\n<p>Therapieangebote, Wohnpl\u00e4tze, Ausbildung: \u00dcberall sind die Wartezeiten lang, wei\u00df Elisabeth Viedt. &#8222;Und die Zahl der Menschen mit Hilfebedarf steigt.&#8220; Umso wichtiger sei es, die Ressourcen sinnvoll zu nutzen, und daf\u00fcr ist Information unabdingbar. Bei der Fachtagung in der Cafeteria gehe es auch darum, den Ist-Zustand zu ermitteln, sagt die Axon-Projektmanagerin.<\/p>\n<p>\u00dcbrigens ist sie davon \u00fcberzeugt, dass Fragen psychosozialer Grundbed\u00fcrfnisse immer zur\u00fcckspielen in die Gesellschaft. Zum Beispiel k\u00f6nnte dem Fachkr\u00e4ftemangel durch kreative L\u00f6sungen abgeholfen werden: &#8222;Jeder Mensch hat F\u00e4higkeiten. Man muss nur manchmal etwas l\u00e4nger danach suchen.&#8220;<\/p>\n<p><strong>Programm und Anmeldung \u00fcber: <a href=\"https:\/\/www.axonev.de\/fachtagung.php\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">axonev.de\/fachtagung<\/a><\/strong><\/p>\n<ol>\n<li>Thema Gesundheit: 14. M\u00e4rz, 8 bis 16 Uhr im Medienhaus Braunschweig<br \/>\nAus verschiedenen Perspektiven werden die Herausforderungen der gesundheitlichen Versorgung im regionalen psychiatrischen System eingehend betrachtet.<\/li>\n<li>Thema Wohnen: 11. April, 8 bis 16 Uhr im Phaeno in Wolfsburg<br \/>\nWohnen ist ein Menschenrecht und erm\u00f6glicht Selbstbestimmung und Teilhabe, dar\u00fcber hinaus ist Wohnen ein zentraler Bestandteil zum Erhalt oder zur F\u00f6rderung der Gesundheit. Wie gelingt ein zuk\u00fcnftiges Zusammenleben in der Region Braunschweig-Wolfsburg?<\/li>\n<li>Thema Arbeit: 30. Mai, 8 bis 16.30 Uhr bei Lavie Reha gGmbH in K\u00f6nigslutter<br \/>\nArbeit sichert unsere Existenz und stabilisiert den Selbstwert. F\u00fcr Menschen mit seelischen Erkrankungen sind bestimmte Anforderungen des Arbeitsmarktes noch immer eine H\u00fcrde, dabei werden Arbeitskr\u00e4fte dringend ben\u00f6tigt. Wie kann Inklusion gelingen und wie wollen wir zuk\u00fcnftig arbeiten?<\/li>\n<\/ol>\n\n\t\t<style type=\"text\/css\">\n\t\t\t#gallery-1 {\n\t\t\t\tmargin: auto;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 .gallery-item {\n\t\t\t\tfloat: left;\n\t\t\t\tmargin-top: 10px;\n\t\t\t\ttext-align: center;\n\t\t\t\twidth: 100%;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 img {\n\t\t\t\tborder: 2px solid #cfcfcf;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 .gallery-caption {\n\t\t\t\tmargin-left: 0;\n\t\t\t}\n\t\t\t\/* see gallery_shortcode() in wp-includes\/media.php *\/\n\t\t<\/style>\n\t\t<div id='gallery-1' class='gallery galleryid-7398 gallery-columns-1 gallery-size-full'><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/www.lavie-reha.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Logo-Fachtagung2.png'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"795\" src=\"https:\/\/www.lavie-reha.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Logo-Fachtagung2.png\" class=\"attachment-full size-full\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-1-7087\" srcset=\"https:\/\/www.lavie-reha.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Logo-Fachtagung2.png 800w, https:\/\/www.lavie-reha.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Logo-Fachtagung2-300x298.png 300w, https:\/\/www.lavie-reha.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Logo-Fachtagung2-150x150.png 150w, https:\/\/www.lavie-reha.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Logo-Fachtagung2-768x763.png 768w\" sizes=\"(max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-7087'>\n\t\t\t\tDas Logo, mit dem die drei Initiatoren ihre Kooperation sowie die drei Aspekte Arbeit, Gesundheit und Wohnen symbolisieren.\n\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/www.lavie-reha.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/DSC_8290.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1800\" height=\"1371\" src=\"https:\/\/www.lavie-reha.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/DSC_8290.jpg\" class=\"attachment-full size-full\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-1-7396\" srcset=\"https:\/\/www.lavie-reha.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/DSC_8290.jpg 1800w, https:\/\/www.lavie-reha.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/DSC_8290-300x229.jpg 300w, https:\/\/www.lavie-reha.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/DSC_8290-1024x780.jpg 1024w, https:\/\/www.lavie-reha.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/DSC_8290-768x585.jpg 768w, https:\/\/www.lavie-reha.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/DSC_8290-1536x1170.jpg 1536w\" sizes=\"(max-width: 1800px) 100vw, 1800px\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-7396'>\n\t\t\t\tElisabeth Viedt (Mitte) im Kreise ihres Tagungsteams (von links): Natalie Kr\u00e4mer, Cem Demir, Fabian Schmidt und Sarah Zehaluk. 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