{"id":7382,"date":"2024-05-17T17:40:50","date_gmt":"2024-05-17T15:40:50","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lavie-reha.de\/?p=7382"},"modified":"2024-05-17T17:45:54","modified_gmt":"2024-05-17T15:45:54","slug":"eine-lavie-idee-erobert-die-lbgtq-szene","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lavie-reha.de\/index.php\/2024\/05\/17\/eine-lavie-idee-erobert-die-lbgtq-szene\/","title":{"rendered":"Eine Lavie-Idee erobert die LBGTQ-Szene"},"content":{"rendered":"<p><!--more--><em>Sebastian Peetz (links) ist voll des Lobes, wenn er \u00fcber die Idee von Alex Kaupert (Mitte) und Skyler Radsack spricht. Das agile Lavie-Duo hat Pronomen-Buttons erfunden und fertigt sie auf einer Maschine der gGmbH. Foto: Regio-Press<\/em><\/p>\n<h1><strong>Eine Lavie-Idee erobert die LBGTQ-Szene<\/strong><\/h1>\n<h2>Pronomen-Button schaffen in K\u00f6nigslutter klare Verh\u00e4ltnisse \u2013 dar\u00fcber freuen sich Betroffene und ihre Gespr\u00e4chspartner.<\/h2>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Von Frank W\u00f6stmann<\/p>\n<p><strong>K\u00f6nigslutter. <\/strong>Die Zeiten, in denen Menschen sich nur in zwei Geschlechter einteilen lie\u00dfen, sind lange vorbei. Mittlerweile kann wohl jeder aus dem Stehgreif ein halbes Dutzend weiterer Begriffe nennen. Experten sehen gar noch mehr und verweisen auf die &#8222;Liste der 72&#8220; (siehe lgbt.fandom.com\/de\/wiki\/Geschlechtsidentit\u00e4ten). Kein Wunder, dass die Situation un\u00fcbersichtlich geworden ist. Da tritt ein Lavie-Duo mit einem interessanten Vorschlag auf den Plan.<\/p>\n<p>Der Ansto\u00df war denkbar harmlos: &#8222;Wir haben in unserer Lavie-Werkstatt eine Button-Maschine gefunden&#8220;, erz\u00e4hlt Alex Kaupert. Schnell war die Idee geboren, f\u00fcr den eigenen Bereich Anstecker herzustellen, die Auskunft geben \u00fcber das passende Pronomen, mit dem der Tr\u00e4ger oder die Tr\u00e4gerin angesprochen werden will. Denn Alex Kaupert geh\u00f6rt ebenso wie Skyler Radsack zur LBGTQ-Community. &#8222;Mittlerweile ist das ein gro\u00dfes Projekt geworden. F\u00fcr Lavie und sogar \u00fcber das Projekt hinaus \u2013 dar\u00fcber freuen wir uns sehr.&#8220;<\/p>\n<p>Das sieht Sebastian Peetz genauso. Der diplomierte Sozialarbeiter und Sozialp\u00e4dagoge arbeitet seit 15 Jahren als Reha-Begleiter und seit zwei Jahren im Betrieblichen Gesundheitsmanagement von Lavie. Er hat seit einiger Zeit eine zunehmende Zahl von Menschen registriert, die sich als queer definieren. &#8222;Es passt gut zu unserem Themenjahr, dass wir uns jetzt professioneller mit diesen trans-identen Personen auseinandersetzen \u2013 und zwar in allen Ma\u00dfnahmen, die wir hier bei Lavie anbieten.&#8220;<\/p>\n<p>Ein Baustein dieser Auseinandersetzung sind jetzt also die Buttons. Denn \u00fcber Kleidung oder andere Accessoires auf das empfundene Geschlecht des Gegen\u00fcbers zu schlie\u00dfen, ist nicht mehr m\u00f6glich. Nach Aussage des Duos Kaupert\/Radsack, die beiden sind 19 und 21 Jahre alt, reagieren Betroffene zwar nachsichtig, wenn sie falsch angesprochen werden. &#8222;Wir sehen ja auch die Schwierigkeiten, und das Thema ist f\u00fcr weite Teile der Bev\u00f6lkerung ja auch v\u00f6llig neu&#8220;, sagt Alex. Und doch entstehe ein unsch\u00f6nes Gef\u00fchl, wenn das Gegen\u00fcber ein falsches Pronomen benutze \u2013 gerade wenn die Situation schon gekl\u00e4rt worden sei: &#8222;Das ist, als w\u00fcrde man einen nassen Waschlappen ins Gesicht kriegen.&#8220;<\/p>\n<p>Durch die Buttons sei die Lage nun entspannter, schildert Skyler: &#8222;Wir beheben Unsicherheiten auf beiden Seiten des Gesp\u00e4chs. Es gibt einfach keine langen Diskussionen mehr.&#8220; Obwohl sich hinter Begriffen wie Dey\/Deren und Xier\/Xieser (Experten sprechen von ,Neopronomen&#8216;) fast schon eine eigene Grammatik verbirgt, k\u00e4men auch bin\u00e4re Kreise leicht damit zurecht. &#8222;Vor allem junge Menschen lernen das ganz schnell, sobald sie sich damit besch\u00e4ftigen.&#8220;<\/p>\n<p>Das best\u00e4tigt Sebastian Peetz, der sich vor allem dar\u00fcber freut, dass in diesem Fall schon eine L\u00f6sung gefunden wurde f\u00fcr ein Problem, das sich gerade erst entwickelte. &#8222;Wir haben gro\u00dfes Interesse unter unseren Teilnehmenden festgestellt und wollen k\u00fcnftig weiter \u00fcber die Situation aufkl\u00e4ren.&#8220; Alle Neulinge bei Lavie w\u00fcrden k\u00fcnftig auf die Buttons hingewiesen. &#8222;Es hat sich auf diese Weise eine gro\u00dfe Neugier auf das Thema ergeben, und alle entwickeln eine Sensibilisierung f\u00fcr das Thema \u2013 die Buttons sind eine M\u00f6glichkeit, auf sch\u00f6ne Art eine L\u00fccke zu schlie\u00dfen und Diskriminierung zu vermeiden.&#8220;<\/p>\n<p>\u00dcbrigens steht der LGBTQ-Community jetzt gerade wieder der &#8222;Pride-Month&#8220; bevor: Im Juni finden besonders viele Veranstaltungen und Gedenktage statt (zB. Christopher-Street-Day). &#8222;Da interessiert das Thema besonders viele Menschen&#8220;, sagt das Lavie-Duo \u2013 sieht aber auch die andere Seite der Medaille und nennt diese den ,Regenbogen-Kapitalismus&#8216;: &#8222;Die Szene und ihre Aktionen sind zum Teil schon ziemlich kommerzialisiert. Uns w\u00e4re es lieber, Interesse und Verst\u00e4ndnis f\u00fcr das Thema w\u00fcrden sich verstetigen.&#8220;<\/p>\n<p>In K\u00f6nigslutter sind sie da schon auf einem guten Weg. &#8222;Die Gesellschaft ist in Bewegung, und die Buttons sorgen f\u00fcr Breitenwirkung und Sichtbarkeit, die wir so noch nicht hatten&#8220;, lobt Sebastian Peetz. Ganz nebenbei freut er sich auch dar\u00fcber, dass f\u00fcr dieses Projekt so gut wie keine Kosten entstehen. Die Buttons werden zum Selbstkostenpreis gefertigt und sind in verschiedenen Designs f\u00fcr 50 Cent in der Cafeteria zu haben. Im Mittelpunkt aber stehen nat\u00fcrlich die Inhalte. &#8222;Sprachliche Vielfalt und Akzeptanz sind in unserer Gesellschaft von entscheidender Bedeutung&#8220;, betont der 41-J\u00e4hrige. Zumal die Gesellschaft immer diverser werde: &#8222;Die Zahl der trans-identen Menschen w\u00e4chst \u2013 bei Lavie und dar\u00fcber hinaus.&#8220;<\/p>\n<p><strong>Hintergrund<\/strong><\/p>\n<p>Zum Hintergrund lohnt ein Blick ins Internet (news.at): &#8222;Das Wort Gender wurde aus dem Englischen ins Deutsche \u00fcberf\u00fchrt. Im Englischen existieren zwei W\u00f6rter f\u00fcr Geschlecht: sex bezieht sich auf das biologische Geschlecht (Geschlechtsorgane, Chromosomen, Keimdr\u00fcsen etc.), gender auf das soziale, gelebte und gef\u00fchlte Geschlecht (Verhalten, Kleidung, Aussehen, Normen, Vorlieben etc.). Da sich das deutsche Wort \u201eGeschlecht\u201c im Alltagsgebrauch fast ausschlie\u00dflich auf das biologische Geschlecht bezieht und kein Wort f\u00fcr soziales Geschlecht existiert, wurde Laufe der 1970er das Wort Gender aus dem Englischen importiert. Ausschlaggebend daf\u00fcr war, dass sich Laufe des 20. Jahrhunderts mehr und mehr die Vorstellung durchsetzte, dass es mehr als nur \u201aMann\u2018 und \u201aFrau\u2018 gibt, und dass biologisches und soziales Geschlecht nicht zwingend einander entsprechen m\u00fcssen. Das hei\u00dft, aus bestimmten biologischen Merkmalen (zum Beispiel Geschlechtsorganen, Hormonen, Keimdr\u00fcsen, Chromosomen, K\u00f6rperbehaarung etc.) l\u00e4sst sich kein f\u00fcr ein bestimmtes Geschlecht \u201atypisches\u2018 Verhalten ableiten.&#8220;<\/p>\n\n\t\t<style type=\"text\/css\">\n\t\t\t#gallery-1 {\n\t\t\t\tmargin: auto;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 .gallery-item {\n\t\t\t\tfloat: left;\n\t\t\t\tmargin-top: 10px;\n\t\t\t\ttext-align: center;\n\t\t\t\twidth: 100%;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 img {\n\t\t\t\tborder: 2px solid #cfcfcf;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 .gallery-caption {\n\t\t\t\tmargin-left: 0;\n\t\t\t}\n\t\t\t\/* see gallery_shortcode() in wp-includes\/media.php *\/\n\t\t<\/style>\n\t\t<div id='gallery-1' class='gallery galleryid-7382 gallery-columns-1 gallery-size-full'><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/www.lavie-reha.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/DSC_8681.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1800\" height=\"1380\" src=\"https:\/\/www.lavie-reha.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/DSC_8681.jpg\" class=\"attachment-full size-full\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-1-7383\" srcset=\"https:\/\/www.lavie-reha.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/DSC_8681.jpg 1800w, https:\/\/www.lavie-reha.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/DSC_8681-300x230.jpg 300w, https:\/\/www.lavie-reha.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/DSC_8681-1024x785.jpg 1024w, https:\/\/www.lavie-reha.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/DSC_8681-768x589.jpg 768w, https:\/\/www.lavie-reha.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/DSC_8681-1536x1178.jpg 1536w\" sizes=\"(max-width: 1800px) 100vw, 1800px\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-7383'>\n\t\t\t\tSebastian Peetz (links) ist voll des Lobes, wenn er \u00fcber die Idee von Alex Kaupert (Mitte) und Skyler Radsack spricht. 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