{"id":7314,"date":"2024-04-23T08:45:11","date_gmt":"2024-04-23T06:45:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lavie-reha.de\/?p=7314"},"modified":"2024-04-23T09:08:23","modified_gmt":"2024-04-23T07:08:23","slug":"zurueck-in-der-spur-eine-erfolgsgeschichte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lavie-reha.de\/index.php\/2024\/04\/23\/zurueck-in-der-spur-eine-erfolgsgeschichte\/","title":{"rendered":"Zur\u00fcck in der Spur \u2013 eine Erfolgsgeschichte"},"content":{"rendered":"<p><!--more--><em>Das Gr\u00fcne Zimmer ist in der Tagesst\u00e4tte Wolfsburg f\u00fcr Einzelgespr\u00e4che reserviert. Hier hat sich Leiterin Silvia K\u00f6sters (links) oft mit Hildegard R. getroffen und sie schrittweise wieder zu einer selbstbewussten, kreativen Frau gemacht. Foto: Regio-Press<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1><strong>Zur\u00fcck in der Spur \u2013 eine Erfolgsgeschichte<\/strong><\/h1>\n<h2>Das Hilfesystem hatte Hildegard R. schon aufgegeben, doch dann stie\u00df sie auf die Lavie-Tagesst\u00e4tte.<\/h2>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Von Frank W\u00f6stmann<\/p>\n<p><strong>Wolfsburg. <\/strong>Wenn man Silvia K\u00f6sters nach einer besonderen Erfolgsgeschichte aus der Tagesst\u00e4tte Wolfsburg fragt, f\u00e4llt ihr sofort Hildegard R. ein. Die hatte bis zu ihrem 39. Lebensjahr zuverl\u00e4ssig als Kinderkrankenschwester in Hamburg und Wolfsburg gearbeitet \u2013 doch nach einem Arbeitsunfall war pl\u00f6tzlich nichts mehr so wie vorher.<\/p>\n<p>\u201eIch litt unter einer post-traumatischen Belastungsst\u00f6rung mit anschlie\u00dfender Depression\u201c, erz\u00e4hlt die Betroffene selbst. K\u00f6rperlich und psychisch ging es ihr damals immer schlechter. \u201eAllein zwei Jahre war ich durchg\u00e4ngig in einer psychiatrischen Klinik\u201c, berichtet die heute 58-J\u00e4hrige.<\/p>\n<p>Doch 2012 stie\u00df sie zuf\u00e4llig auf die Tagesst\u00e4tte, die von der Lavie Reha gGmbH f\u00fcr psychisch Kranke in der Poststra\u00dfe 38a betrieben wird. \u201eWir bieten unseren Teilnehmenden von Montag bis Freitag zwischen 8 und 15 Uhr eine ambulante Tagesstruktur\u201c, erkl\u00e4rt Silvia K\u00f6sters. Die Sozialp\u00e4dagogin leitet die Einrichtung, au\u00dferdem geh\u00f6ren Erzieher Martin Heike sowie Ergotherapeutin Denise Ploch zum Team.<\/p>\n<p>Auch Hildegard R. fand dort eine wichtige Anlaufstelle. \u201eHier hat mein Leben neu begonnen.\u201c Nach dem Erstgespr\u00e4ch vor Ort und der Zusage der Eingliederungshilfe wurde in der pers\u00f6nlichen Zielplanung der individuelle Hilfebedarf festgestellt und das passende Leistungsangebot angepasst. \u201eDanach haben wir ganz von vorn angefangen.\u201c<\/p>\n<p>Schnell stellten die Experten fest, dass die damals 46-J\u00e4hrige durchaus \u00fcber Potenzial und Ressourcen verf\u00fcgte \u2013 nicht zuletzt durch ihre Ausbildung zur Krankenschwester hatte sie ein gewisses Gef\u00fchl f\u00fcr ihre Lage. \u201eEs war aber alles ziemlich versch\u00fcttet bei mir.\u201c<\/p>\n<p>Silvia K\u00f6sters wird noch etwas deutlicher: &#8222;Das Hilfesystem hatte sie bereits aufgegeben. Medikamention, Therapie und Klinik erlangten nicht den erwarteten Erfolg.&#8220; Hildegard R. wurde als ,austherapiert&#8216; behandelt und in einem Pflege- und Altenheim untergebracht. Doch eine tagesstrukturierende Ma\u00dfnahme zur sozialen und beruflichen Wiedereingliederung und Teilhabe, wie die Tagesst\u00e4tte, war das passende unterst\u00fctzende Hilfesystem. \u201eWir mussten Zugang zu Hildegard finden und eine vertrauensvolle Beziehung aufbauen. Langsam ihre Selbstheilungskr\u00e4fte und Selbstbestimmung aktivieren. Sie musste ihre verborgenen Talente und ihre neue Rolle wiederentdecken.&#8220; Das gelang durch professionelle Unterst\u00fctzung und Ausarbeitung ihrer pers\u00f6nlichen Ziele auf Augenh\u00f6he sowie die F\u00f6rderung der psychischen Stabilit\u00e4t, verschiedener Angebote zur Teilhabe und sozialen Wiedereingliederung. &#8222;Die berufliche Wiedereingliederung war zu diesem Zeitpunkt kein Zielplanungsinhalt.\u201c<\/p>\n<p>Das gelang. Die ehemalige Krankenschwester tastete sich vorsichtig heran an neue Belastungsgrenzen. \u201eDas hat lange gedauert und war harte Arbeit\u201c, sagt sie r\u00fcckblickend. Doch am Ende nahm sie eine Position in der Gruppe ein, die von hoher Wertsch\u00e4tzung gepr\u00e4gt war. \u201eSie hatte zuletzt eine wichtige Funktion in unserer Tagesst\u00e4tte\u201c, schildert Silvia K\u00f6sters. \u201eF\u00fcr die anderen war sie Schwester, Mutter, Oma, Tante, je nachdem \u2013 und alle haben voneinander profitiert, Jung und Alt.\u201c<\/p>\n<p>Vor einigen Monaten verlie\u00df Hildegard R. Wolfsburg, zog nach Springe und nahm die anstrengende Zugfahrt auf sich. Ihre Ma\u00dfnahme Tagesst\u00e4tte wurde nun beendet, aber sie kommt stets vorbei, wenn sie monatlich ihre Therapeutin aufsucht. \u201eIch habe hier eine wichtige Zeit erlebt, in der mir sehr geholfen wurde\u201c, betont sie. Eine Anlaufstelle zu haben und die Verpflichtung, morgens aufzustehen und hinzugehen, \u201efast wie an einen Arbeitsplatz\u201c: Diese Rahmenbedingungen habe sie wieder zur\u00fcckgebracht in die Spur. \u201eEs ist gut, dass es solche Einrichtungen gibt.\u201c<\/p>\n<p>Gleichwohl ist die Tagesst\u00e4tte eine verpflichtende Ma\u00dfnahme, in der nat\u00fcrlich individuelle Vereinbarungen Ber\u00fccksichtigung finden, betont deren Leiterin. &#8222;Aus unserer F\u00fcrsorgepflicht heraus informieren wir uns oder aktivieren das bestehende unterst\u00fctzende Hilfesystem, wenn jemand nicht erscheint&#8220;, so die Bereichsleitung der Tagesst\u00e4tte.<\/p>\n<p>Die Teilnehmenden finden eine F\u00fclle von Angeboten, an denen sie sich ausprobieren und schlie\u00dflich auch wachsen und entwickeln k\u00f6nnen. Zum Beispiel durch Sozialkompetenzgruppen, psychoedukative Trainingsgruppen, Gespr\u00e4chsgruppen, Projektgruppen, Workshops, Sport, Malen, Ergotherapie, Ged\u00e4chtnistraining, Yoga und nicht zuletzt das gemeinsame Kochen: Die 21 Pl\u00e4tze bieten f\u00fcr jede Lebenslage etwas.<\/p>\n<p>Auch Pflichten spielen auf dem Weg in die Normalit\u00e4t eine gro\u00dfe Rolle. Es gibt Dienste und \u00c4mter f\u00fcr die Gemeinschaft und w\u00f6chentliche Reflexionsgespr\u00e4che. \u201eJeder hat eine Bezugsbegleitung aus dem multiprofessionellen, berufserfahrenem Team, mit dem jedes Quartal eine Zielplanung erarbeitet oder fortgeschrieben wird\u201c, schildert Silvia K\u00f6sters. \u201eWir finden stets klare, motivierende Worte.\u201c<\/p>\n<p>Die Herausforderung findet sich in der heterogenen Gruppe. \u201eUnser Ziel ist neben der Klinikvermeidung die gr\u00f6\u00dftm\u00f6gliche Normalit\u00e4t, die soziale Wiedereingliederung, optimal die individuelle berufliche Perspektive abzukl\u00e4ren und eventuell eine berufliche Wiedereingliederung zu erreichen.&#8220; Auf dem Weg dahin werde viel gelacht und auch Bl\u00f6dsinn gemacht \u2013 &#8222;auf keinen Fall geht es den ganzen Tag nur um Krankheit.\u201c Im Grunde werde jeder Teilnehmende dort abgeholt, wo er steht. Eigentlich erstaunlich, dass es derzeit einige freie Pl\u00e4tze in der Tagesst\u00e4tte an der Poststra\u00dfe gibt.<\/p>\n<p>Die Eingliederung von Hildegard R. jedenfalls ist gegl\u00fcckt, sie lebt jetzt als Rentnerin in der N\u00e4he ihrer Familie. \u201eIch schaue gern in der Tagesst\u00e4tte vorbei\u201c, sagt sie und l\u00e4chelt. \u201eEs ist ein Besuch bei Freunden.\u201c<\/p>\n<p>Kontakt: www.lavie-reha.de, Telefon: Silvia K\u00f6sters 05361\/55 70-65, per Mail <a href=\"mailto:tagesstaette.wolfsburg@lavie-reha.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">tagesstaette.wolfsburg@lavie-reha.de<\/a>.<\/p>\n<p>Unangemeldete Besuche mit Begleitpersonen sind jeden ersten Donnerstag im Monat zur Informationsveranstaltung von 10 bis 11 Uhr in der Tagesst\u00e4tte m\u00f6glich: Poststra\u00dfe 38a, 38440 Wolfsburg.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die Tagesbetreuung bietet:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>strukturierte Tagesgestaltung<\/li>\n<li>Kontakte zu anderen Menschen<\/li>\n<li>F\u00f6rderung der psychischen Stabilit\u00e4t<\/li>\n<li>Wochenplan mit Einzel- und Gruppenangeboten<\/li>\n<li>Teilhabe an gesellschaftlichen und kulturellen Ereignissen<\/li>\n<li>Ausarbeitung der pers\u00f6nlichen Ziele<\/li>\n<li>Erprobung, F\u00f6rderung und gegebenenfalls Steigerung der Belastbarkeit, Ausdauer und Konzentration<\/li>\n<li>Training alltags-, sozialpraktischer und hauswirtschaftlicher T\u00e4tigkeiten<\/li>\n<li>Training der Grundarbeitsf\u00e4higkeiten<\/li>\n<li>Erweiterung der Kompetenzen<\/li>\n<li>\u00dcberleitung zu medizinischer und beruflicher Reha oder anderen weiterf\u00fchrenden Ma\u00dfnahmen<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<p>&nbsp;<\/p>\n\n\t\t<style type=\"text\/css\">\n\t\t\t#gallery-1 {\n\t\t\t\tmargin: auto;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 .gallery-item {\n\t\t\t\tfloat: left;\n\t\t\t\tmargin-top: 10px;\n\t\t\t\ttext-align: center;\n\t\t\t\twidth: 100%;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 img {\n\t\t\t\tborder: 2px solid #cfcfcf;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 .gallery-caption {\n\t\t\t\tmargin-left: 0;\n\t\t\t}\n\t\t\t\/* see gallery_shortcode() in wp-includes\/media.php *\/\n\t\t<\/style>\n\t\t<div id='gallery-1' class='gallery galleryid-7314 gallery-columns-1 gallery-size-full'><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/www.lavie-reha.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/DSC_8347.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1800\" height=\"1460\" src=\"https:\/\/www.lavie-reha.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/DSC_8347.jpg\" class=\"attachment-full size-full\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-1-7317\" srcset=\"https:\/\/www.lavie-reha.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/DSC_8347.jpg 1800w, https:\/\/www.lavie-reha.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/DSC_8347-300x243.jpg 300w, https:\/\/www.lavie-reha.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/DSC_8347-1024x831.jpg 1024w, https:\/\/www.lavie-reha.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/DSC_8347-768x623.jpg 768w, https:\/\/www.lavie-reha.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/DSC_8347-1536x1246.jpg 1536w\" sizes=\"(max-width: 1800px) 100vw, 1800px\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-7317'>\n\t\t\t\tMichael Geier hat in der Tagesst\u00e4tte Wolfsburg neue Werkstoffe entdeckt \u2013 und in sich neue Talente. &#8222;Das Flechten und die Arbeit mit Holz beruhigen mich enorm. Au\u00dferdem kann ich hier immer mal was Neues ausprobieren, zum Beispiel Kinderspielzeug herstellen.&#8220;  Foto: Regio-Press\n\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/www.lavie-reha.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/DSC_8340.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1800\" height=\"1113\" src=\"https:\/\/www.lavie-reha.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/DSC_8340.jpg\" class=\"attachment-full size-full\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-1-7316\" srcset=\"https:\/\/www.lavie-reha.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/DSC_8340.jpg 1800w, https:\/\/www.lavie-reha.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/DSC_8340-300x186.jpg 300w, https:\/\/www.lavie-reha.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/DSC_8340-1024x633.jpg 1024w, https:\/\/www.lavie-reha.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/DSC_8340-768x475.jpg 768w, https:\/\/www.lavie-reha.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/DSC_8340-1536x950.jpg 1536w\" sizes=\"(max-width: 1800px) 100vw, 1800px\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-7316'>\n\t\t\t\tDas Gr\u00fcne Zimmer ist in der Tagesst\u00e4tte Wolfsburg f\u00fcr Einzelgespr\u00e4che reserviert. Hier hat sich Leiterin Silvia K\u00f6sters (links) oft mit Hildegard R. getroffen und sie schrittweise wieder zu einer selbstbewussten, kreativen Frau gemacht.  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