Fachtagung ADHS in Ausbildung und Beruf

Einladung Fachtagung ADHS in Ausbildung und Beruf, am 4.11.16
Auf einer Fachtagung der Rehabilitationseinrichtung Lavie Reha in Königslutter diskutierten am 04.11.2016 rund 100 Fachleute über ADHS in Berufsausbildung und Arbeitsleben.

In einem spannenden Vortrag brachte die erfahrene Psychotherpeutin Cordula Neuhaus aus Esslingen dem interessierten Publikum näher, dass ADHS-Betroffene völlig ihrem Gefühl ausgeliefert sind: Sie können nur spontan, aber nicht abgewogen und überlegt entscheiden, kommen schnell von einem Thema zum anderen und sind für subjektiv nicht so Wichtiges vergesslich. Dabei sind sie aber auch ebenso schnell begeistert, spontan, sehr empathisch und hilfsbereit, kreativ und tatkräftig. Wesentlich, um die positiven Eigenschaften erleben zu können, sei ein freundlich-wertschätzender Kommunikationsstil, betont Cordula Neuhaus.

Es folgte eine angeregte Podiumsdiskussion unter der Leitung von Dr. Roy Murphy, leitender Psychologe der Schön-Klinik Bad Bramstedt und Mitglied im Expertenrat von ADHS Deutschland. Die Malermeisterin Angelika Schröter berichtete von Ihren Erfahrungen mit von ADHS betroffenen Auszubildenden. Sie wünscht sich mehr Zeit für die praktische Ausbildung. Michael Remmert, Berufsschul-Lehrer an der Heinrich-Büssing-Schule in BS, problematisierte individualisierte Hilfen im geregelten Schulbetrieb. Manuela und Vinzenz Lehmann blickten auf 20 Jahre Selbsthilfegruppenarbeit in Helmstedt zurück, das Thema Beruf sei über die Jahrzehnte immer mehr in den Mittelpunkt gerückt. Stellvertretend für Lavie diskutierten die Sozialpädagogin Manuela Bialek, Ansprechpartnerin für ADHS-spezifische Reha, und ein betroffener 30-jähriger Teilnehmer über die Erfahrungen mit ADHS in der Rehabilitation. Für die berufliche Integration sei wesentlich, da waren sich Fachleute wie Betroffene einig, dass die Betroffenen eine Aufgabe finden „für die sie brennen“, dann könne beinahe alles gelingen.

Die Wolfsburger Kinderärztin Dr. Just schloss die Tagung mit einem ergreifenden Schlusswort: Als Sie in den 1980er-Jahren begonnen habe, Jugendliche und Erwachsene mit ADHS zu behandeln, habe man Sie für verrückt gehalten. Es freue die Ruheständlerin, noch erleben zu dürfen, dass Erwachsene Betroffene heute Hilfe erhalten.

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Auf dem Podium finden vielfältige Diskussionen zum Thema statt.

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